Blog

PR-Blog von factum

<< zurück zur Blog-Übersicht

Teil 2: Vom Elfenbeinturm in die Arena – Die Entwicklung der wissenschaftlichen Kommunikation

Oktober 2016

Teil2-entwicklung-der-wissenschaftlichen Kommunikation

Die Wissenschaftskommunikation hat in den letzten Jahren einen extremen Wandel durchlaufen. Doch wie sah die Kommunikation der Wissenschaft früher aus und wie ist der heutige Stand? Antworten auf diese Fragen gibt es im nachfolgenden Blogbeitrag.

Die Anfänge der Wissenschaftskommunikation werden oft mit einem Elfenbeinturm, als einem Ort der Abgeschiedenheit, symbolisiert. Denn früher arbeiteten die Wissenschaftler abseits von der Außenwelt, und ihre Forschungsergebnisse wurden eher selten in die breite Öffentlichkeit getragen. Eine kontinuierliche und systematische Kommunikation fand nicht statt. Themen wurden meist eher zufällig nach außen getragen und Kanäle gewählt, die nicht die breite Öffentlichkeit erreichten. Vielmehr beschränkten sich die Forscher auf die Ansprache ihrer eigenen Fachkreise. Denn spezialisierte Wissenschaftsjournalisten und Öffentlichkeitsarbeiter waren rar und ihr redaktioneller Status gering.

 

Einzug in die Arena

Vor allem dank des Aufkommens der modernen Massenmedien öffneten sich nach und nach die Fenster und Türen dieses Elfenbeinturms. Heute findet die Wissenschaftskommunikation in einer Medienarena statt. Die Kommunikation ist nicht mehr einseitig, sondern rückgekoppelt, und die sozialen Medien ermöglichen einen besseren und schnelleren Dialog mit der Öffentlichkeit. Die Wissenschaftler können ihre Forschungsarbeit schnell kommunizieren, an öffentlichen Diskussionen teilnehmen und ihren Standpunkt vertreten. Denn gerade der Austausch mit anderen Wissenschaftlern oder auch mit Laien kann die Forscher voranbringen und bereichern.

Ein Beispiel für moderne Wissenschaftskommunikation ist das „Wissenschaftsjahr“, das jährlich vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung BMBF gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog ausgerufen wird. Ziel dieser Initiative ist, die Öffentlichkeit stärker für wissenschaftliche Themen zu begeistern. Jedes Jahr wird ein gesellschaftlich relevantes und zukunftsorientiertes Thema für das Wissenschaftsjahr ausgewählt. Diese Themen, aus den Bereichen der Natur- und Technikwissenschaften sowie der Geistes- und Sozialwissenschaften, werden mithilfe verschiedener Formate in die Öffentlichkeit getragen. Von der Langen Nacht der Wissenschaft, über schwimmende Ausstellungen bis hin zu Mitmach-Aktionen wie die „ScienceStation“ hat das Wissenschaftsjahr einiges zu bieten, um die Forschung transparenter und zugänglicher zumachen. Das diesjährige Wissenschaftsjahr steht unter dem Motto: „Meere und Ozeane: Entdecken, Nutzen, Schützen“ und vermittelt einen Einblick in die faszinierende Welt der Meeresbiologie. Ein großer Teil der Kommunikation läuft dabei mittlerweile über die sozialen Medien. Die Wissenschaftler beantworten Fragen aus der Öffentlichkeit und informieren über den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeit. Auch um auf anstehende Veranstaltungen hinzuweisen, wird dieser Kanal gewählt. Auf Facebook beispielsweise werden Anleitungen für Wasserräder im heimischen Planschbecken veröffentlicht und Diskussionen über die Auswirkung von Windkraftanlagen auf die Unterwasserwelt geführt. Hier wird auch auf Projekte wie die „Plastikpiraten“  hingewiesen, die sich zum Beispiel damit auseinandersetzen, wie viel Plastikmüll in deutschen Fließgewässern herumschwimmt und was er dort anrichtet.

Ein weiteres spannendes Beispiel für Wissenschaftskommunikation über die sozialen Medien ist der twitternde Baum – eine Kiefer, die auf dem Gelände des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Britz zuhause ist und die täglich über ihre Wasseraufnahme oder ihr Wachstum twittert. Die Wissenschaftler möchten damit der Bevölkerung zeigen, wie wichtig Bäume für unser Überleben sind.

Diese Beispiele zeigen, dass Social Media ein großes Potential für die Wissenschaft birgt, denn es ist der direkte Weg in den Dialog mit der Öffentlichkeit. Bisher wird er allerdings noch von wenigen Wissenschaftlern erkannt und genutzt.

 

Wissenschaft auf dem Weg in die Blogszene

Ein bisher von der Wissenschaftskommunikation ebenfalls wenig genutztes Medium ist der Blog. Denn beim Bloggen rückt der Wissenschaftler mit seinem Thema in den Mittelpunkt und kann direkt mit den Lesern interagieren. So auch auf dem renommierten Blogportal ScienceBlogs: Hier bloggen Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Bereichen über ihre Forschung, um das öffentliche Verständnis für Wissenschaft zu verbessern. Bisher wird in der wissenschaftlichen Blogszene am häufigsten über naturwissenschaftliche Themen berichtet, sozial- und geisteswissenschaftliche Themen sind eher unterrepräsentiert. Nichtsdestotrotz rückt Bloggen und die Nutzung der sozialen Medien immer mehr, wenn auch langsam, in den Fokus der Wissenschaftler und sie erkennen die Vorteile der zweiseitigen Kommunikation mit der Öffentlichkeit. 

 

Lest mehr zur Definition von Wissenschaftskommunikation, zur Wissenschaftskommunikation bei factum sowie ein gelungenes Beispiel zu Wissenschafts-PR und Bildsprache in unserer Blogreihe.