Für ihre Master­arbeit hat Daniela Geppert unseren Agenturchef Jörg Röthlings­höfer über die Zusam­men­arbeit mit Non-Profit-Organi­sa­tionen inter­viewt. Dabei ging es vor allem um die Unter­schiede zur Arbeit mit profit­ori­en­tierten Unter­nehmen und die Vor- und Nachteile als NPO in der Kommu­ni­kation sowie der Zusam­men­arbeit mit Agenturen. Seine Antworten und Infor­ma­tionen haben wir im folgenden Blogbeitrag für euch zusammengefasst.

Ihr wollt mehr über unsere Arbeit mit NPOs erfahren? Wir bieten PR für Stiftungen & Soziales zielge­richtet und maximieren die Wirkung. Lest hier gerne ein paar Case Studies aus Referenzen: Entwicklung einer Bildsprache für die Felix-Burda-Stiftung und Jubilä­ums­ver­an­staltung MAHLE-Stiftung.

FACTUM arbeitet nicht nur für Unternehmen, sondern auch für den Non-Profit-Bereich. Wie kam es dazu? 

Jörg: Wir sind da ein bisschen reinge­rutscht, würde ich sagen. Der erste Kunde in dem Bereich war die Gips-Schüle-Stiftung.  Es kam zu einem ersten Austausch und letzt­endlich zur Zusam­men­arbeit. So hat unsere Kommu­ni­ka­tionsarbeit im Non-Profit-Bereich begonnen. Bis heute arbeiten wir fest mir der Gips-Schüle-Stiftung zusammen.  

Gips-Schüle-Nachwuspreis 2020

Organi­sation und Durch­führung des Gips-Schüle-Nachwuspreis 2020 © FACTUM

Aber es zeigt sich auch in unserer Kommu­ni­kation: Die Themen Ehrlichkeit und Trans­parenz sind für uns extrem wichtig. Es ist also auch eine intrinsische Motivation gewesen, Einrich­tungen zu beraten, die einen sozialen Zweck verfolgen. Obwohl der erste Kontakt nur Zufall war, passt es also am Ende doch sehr gut zu uns. 

Inwiefern ist es denn wichtig, dass eine Organisation bzw. eine Kundin oder ein Kunde generell zu euch als Agentur passt?  

Gegensei­tiges Vertrauen und Sympathie sind – neben der profes­sio­nellen Arbeit – extrem wichtig. Wir haben eine Präsen­tation, die uns und unsere Arbeit beschreibt. Gleich zu Beginn der Zusam­men­arbeit stellen wir uns den poten­ti­ellen Kund:innen damit vor und klären Fragen wie: „Wie verstehen wir Kommu­ni­kation und wie setzen wir sie in einzelnen Teilbe­reichen um? Was ist der Outcome, die KPIs, die Ergeb­nisse, die zu erwarten sind und wie sieht unser Reporting aus?  

Natürlich sehen wir uns auch die Kund:innen genau an: Welche Themen bearbeitet die Organi­sation? Haben wir schon vergleichbare Projekte gemacht und welche neuen Struk­turen müssten aufge­setzt werden, etc. Anschließend fragen wir uns: Können wir uns eine Zusam­men­arbeit vorstellen, passt der Kunde bzw. die Kundin zu uns und sind sie bereit, unsere Beratung anzunehmen? Auf der anderen Seite muss natürlich der Kunde bzw. die Kundin dieselbe Entscheidung treffen. 

Wie würdest du die Rolle der PR und der Kommunikation für Non-Profit-Organisationen beschreiben? 

Die Arbeit in diesem Bereich ist in den letzten Jahren extrem wichtig geworden. Früher hatte man relativ klare Struk­turen. Eine Stiftung beispiels­weise hatte häufig einen relativ stabilen Kapitalertrag, es gab Zinsen und Gelder konnten regel­mäßig jedes Jahr ausge­schüttet werden. Durch die so massiv gesun­kenen Zinsen fehlen Erträge, die nun ander­weitig einge­worben werden müssen. Da ist es natürlich eine logische Folgerung, dass Einrich­tungen sagen: Wir müssen bekannter werden, uns mehr in der Öffent­lichkeit präsen­tieren und klarer sagen, für was wir stehen. Nur dadurch haben wir überhaupt die Chance, zusätz­liche Spenden zu erhalten oder spannende Koope­ra­ti­ons­partner:innen zu finden. Insofern hat sich da viel getan und vor allem junge Leute, die im NPO-Bereich arbeiten, haben die Poten­tiale in der Kommu­ni­kation schon sehr gut erkannt.  

 

 

Wie unsere Öffent­lich­keits­arbeit für Stiftungen und Non-Profit-Organisationen genau abläuft lest ihr in unserem Blog.

Pressemitteilung der Wilhelm Sander-Stiftung

Presse­mit­teilung für die Wilhelm Sander-Stiftung © FACTUM

Inwiefern unterscheidet sich die PR-Arbeit für eine Non-Profit-Organisation im Vergleich zu einem Unternehmen? 

Prinzi­piell funktio­niert die Presse­arbeit für NPOs meist besser als für Unter­nehmen. Das liegt daran, dass das Kommer­zielle weniger im Vorder­grund steht. Bei einem Unter­nehmen ist ganz klar: die machen PR, um ihr Produkt oder ihre Dienst­leistung zu verkaufen. NPOs dagegen wollen PR, um die Welt ein Stück besser zu machen – um es mal in großen Worten zu beschreiben. Redakteur:innen, Journalist:innen sind meistens eher bereit, die Botschaften der NPOs weiter zu tragen. Während das Produkt der Unter­nehmen zudem oft vergleichbar mit denen anderer Unter­nehmen ist, haben NPOs meist starke Themen, die für sich stehen. Im Falle der Gips-Schüle-Stiftung ist das zum Beispiel, den wirtschaft­lichen und gesell­schaft­lichen Fortschritt voran­zu­treiben.  Deswegen stellt sich der Erfolg bei den Journalist:innen und Multiplikator:innen mitunter schneller ein, beispiels­weise indem es in kurzer Zeit zu mehr Veröf­fent­li­chungen kommt.  Bei der Kommu­ni­kation für NPOs kann man insgesamt oft mit weniger Aufwand mehr erreichen. Aber das bezieht sich nicht nur auf die Presse­arbeit, sondern beispiels­weise auch auf die Suchma­schi­nen­op­ti­mierung der Website; allgemein also auf den Inhalt. 

Wird die Zusammenarbeit mit der Agentur gut angenommen? 

Es wird meiner Meinung nach sehr gut angenommen und die Organi­sa­tionen sind dankbar für den Input von außen. Eine Agentur bringt einen anderen Profes­sio­na­li­sie­rungsgrad in die Kommu­ni­kation und erreicht andere Ergeb­nisse. Vor allem, da in den meisten Fällen keine große und struk­tu­rierte Kommu­ni­ka­ti­ons­ab­teilung in den NPOs vorhanden ist.

 

 

Wir betreuen auch Social-Media-Kanäle von Stiftungen.

Mehr Wissen über PR für Vereine bietet dieser Blogbeitrag.

Inwiefern ist denn Finanzierung ein Thema?  

Das Budget ist leider ganz oft das Problem. Wenn kein Geld vorhanden ist, kann auch die Agentur nicht beauf­tragt werden. Viele würden natürlich gerne mit uns zusam­men­ar­beiten, aber können es sich dann an der einen oder anderen Stelle nicht leisten. 

Insgesamt gehen NPOs mit Ausgaben sehr vorsichtig um – auch wenn das Geld da ist. Marketing- und Kommu­ni­ka­ti­ons­budgets aufzu­setzen und dann auch zu nutzen, ist für viele noch ungewohnt. Es wird eher überlegt, ob noch an der ein oder anderen Ecke gespart werden kann, oder ob die Kommu­ni­kation nicht doch komplett in Eigen­regie angegangen wird. Hier haben Unter­nehmen wiederum mit Agenturen und Budgets mehr Erfahrung.  

Meine Empfehlung ist deshalb, ein Budget festzu­legen und es dann auch zu nutzen. Denn die Chancen für NPOs sind viel höher, mit wenig Geld viel zu erreichen. Gerade deshalb ergibt hier profes­sio­nelle Kommu­ni­kation auch so viel Sinn. 

Jörg Röthlingshöfer

Geschäftsführer

leitet die Agentur .FACTUM seit Beginn im Jahr 2002 als Geschäftsführer – mit Struktur, Begeisterung für Kommunikationsarbeit und der Prise Experiment, die eine gute Geschichte braucht. Mit sicherem Gespür für Anspruch und Wirkung von Kommunikation entwickelt er vorausschauende Strategien, berät seine Kunden beim Aufbau einer klaren Kommunikationslinie und kreiert inhaltsstarke Kampagnen. Durch seine Erfahrung im Aufbau und der Strukturierung von Unternehmen, und in der langjährigen Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Stiftungen und Unternehmen hat er sich ein breites Netzwerk geschaffen.

+49 89 8091317-10
roethlingshoefer@factum-pr.com