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Öffentlichkeitsarbeit für Stiftungen und Non-Profit-Organisationen: Stefanie Seidl im Gespräch

Juli 2015

Stefi-web

Stefanie Seidl ist factum-Expertin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für Stiftungen und Non-Profit-Organisationen und berät Kunden wie beispielsweise die Gips-Schüle-Stiftung, die MAHLE-STIFTUNG und die Stiftung Weltethos. Sie erklärt, was gemeinnützige Organisationen mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit erreichen können, stellt beispielhaft Maßnahmen vor und gibt einen Einblick in die aktuelle Projektarbeit.

 

Seit wann betreust du Stiftungen und Non-Profit-Organisationen bei der Öffentlichkeitsarbeit und wie kam es dazu?

Stefanie Seidl: Mein erster Kunde aus dem Stiftungsbereich war die Gips-Schüle-Stiftung aus Stuttgart, die in der Forschungsförderung aktiv ist und die ich nun seit fünf Jahren betreue. Der Kontakt entstand über einen unserer langjährigen Kunden. Damals habe ich auch schon im Rahmen meiner Tätigkeit für andere Kunden mit gemeinnützigen Einrichtungen zusammengearbeitet – wie zum Beispiel bei unserer Aktion „Weihnachtsfreude weitergeben“ für MyPlace-SelfStorage. Zusammen mit verschiedenen Tafeln in deutschen Großstädten haben wir mit dieser Initiative Geschenke für Armutsbetroffene gesammelt. Im Laufe der Zeit kamen dann immer weitere Kunden aus dem gemeinnützigen Bereich dazu, wie zum Beispiel die Stiftung Weltethos, die MAHLE-STIFTUNG oder unser soziales Start-up MyOma.de.

Was können Stiftungen und Non-Profit-Organisationen mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit erreichen?

Ganz einfach: Sie können mit ihren Themen bei den richtigen Zielgruppen Gehör finden. Egal, ob das Journalisten, Geldgeber, Behörden, Unterstützer oder Multiplikatoren sind – oder aber ganz allgemein die Gesellschaft. Professionelle, zielgerichtete Kommunikation hilft dabei, Organisationsziele besser, schneller und effizienter zu erreichen. Dazu muss man sich zunächst eine Reihe an Fragen stellen: Was sind meine konkreten Ziele? Wie will ich wahrgenommen werden? Wer sind meine Zielgruppen und wie erreiche ich sie? Erst dann kann man sich überlegen, welche Kommunikationsmaßnahmen am besten geeignet sind und wo man seine Ressourcen am besten einsetzt. Und auch, wie man seine Themen, Inhalte und Texte aufbereitet – denn dabei müssen sowohl die Zielgruppe als auch die gewünschte Wahrnehmung, die meine Organisation erzielen möchte, im Auge behalten werden.

Wie unterstützt factum Organisationen, die ihre Kommunikation professionalisieren wollen?

Wir haben zur Strategiefindung einen speziellen Workshop entwickelt, den wir individuell an unsere Kunden anpassen und in der Regel mit zwei bis vier Teilnehmern aus der Organisation durchführen.  Ziel ist, sich gemeinsam unter externer Anleitung mit den genannten Fragen zu beschäftigen, um eine inhaltliche Ausgangslage für die Planung aller Kommunikationsmaßnahmen zu schaffen. Im Fokus stehen außerdem die eigene Wahrnehmung und die Fremdwahrnehmung, Schwierigkeiten im Hinblick auf Kommunikationsprojekte und die Priorisierung von Zielen. Im Anschluss entwickeln wir basierend auf den Ergebnissen einen Maßnahmenplan mit Themenblöcken, Zeitrahmen und Budgetübersicht. Diesen „Kommunikationsfahrplan“, den wir meist für ein Jahr aufsetzen, stellen wir dann dem Kunden vor. Anhand dieses Plans kann Kommunikation dann zielgerichtet und effektiv erfolgen und lässt sich vor allem auch in ihren Erfolgen messen.

Warum sind gezielte Planung und Messbarkeit von Kommunikation für gemeinnützige Einrichtungen wichtig?

Messbarkeit und Professionalisierung sind ja heute in Zeiten des „Social Reporting Standard“ und anderen Standards auch im gemeinnützigen Bereich in aller Munde. Förderer und andere Stakeholder erwarten heute in der Regel, dass die tatsächliche Wirkung und Effizienz der gemeinnützigen Arbeit nachvollziehbar gemacht wird. Dies sollte meiner Ansicht nach, nicht nur im Interesse der Förderer, sondern auch im Interesse der Organisation selbst, auch für die Kommunikation gelten, denn auch hier sollten die Ressourcen optimal eingesetzt werden.

Welche Projekte realisiert factum gerade im Bereich Stiftungen und Soziales?

Eines unserer größten Projekte ist derzeit die Jubiläumsveranstaltung der MAHLE-STIFTUNG, die vom 18. bis 20. September 2015 in Stuttgart stattfinden wird. Die Vorbereitungen für die Begegnungstage „Mensch – Entwicklung – Zukunft“, zu denen wir 3.000 bis 5.000 Besucher erwarten, laufen schon seit ca. einem Jahr auf Hochtouren. Bei diesem Großprojekt liegen Text und Redaktion, Websitegestaltung und Grafikdesign, Mediaplanung, Raumplanung, Veranstaltungsorganisation und Pressearbeit in unserer Hand. Dabei arbeiten wir eng mit unseren langjährigen Partnern, der Grafikdesignagentur Ansichtssache und der Filmproduktion Senger|Prager, zusammen. Das Konzept zu dieser Veranstaltung haben wir im Anschluss an unseren Kommunikationsworkshop entwickelt, der zu Beginn unserer Zusammenarbeit mit der MAHLE-STIFTUNG stattfand. Das Ergebnis ist ein besonderes Veranstaltungsformat, das zum einen ausgewählten Förderprojekten der Stiftung die Möglichkeit gibt, sich als Aussteller zu präsentieren. Zum anderen schafft die öffentliche Veranstaltung einen öffentlichen Rahmen für die Auseinandersetzung mit den Themenbereichen, in denen sich die MAHLE-STIFTUNG engagiert. Denn natürlich soll die Jubiläumsveranstaltung im Sinne des Stiftungszwecks erfolgen. 

Auch für die Gips-Schüle-Stiftung organisieren wir derzeit eine Veranstaltung anlässlich ihres 50. Jubiläums. Das Konzept ist hier ein völlig anderes: eine festliche Abendveranstaltung mit rund 300 geladenen Gästen aus Politik, Forschung und Stiftungswesen, in deren Rahmen auch der mit 50.000 Euro dotierte Forschungspreis der Gips-Schüle-Stiftung verliehen wird. Diesen Preis haben wir 2012 für die Gips-Schüle-Stiftung konzipiert. Auch die Ausschreibungen haben wir durchgeführt und dafür gesorgt, dass die Forscher von dem neuen Preis erfahren und ihre Projekte einreichen. Die Website der Gips-Schüle-Stiftung und die Videos, die man dort sieht, stammen übrigens auch von uns, ebenso wie die Internetauftritte der MAHLE-STIFTUNG und der Stiftung Weltethos.

Was macht die Arbeit für Stiftungen und Non-Profit-Organisationen so interessant für dich?

Öffentlichkeitsarbeit ist ein tolles Berufsfeld, in dem man kreativ sein kann und muss, um seine Ziele, beziehungsweise die des Kunden zu erreichen. Wenn man das in einem Bereich tun kann, dessen Themen man interessant und unterstützenswert findet, ist das umso schöner. Ich finde es großartig, was die verschiedenen Stiftungen und Organisationen, die ich betreue, auf unterschiedlichste Art und Weise im sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich leisten. Deshalb freut es mich, dass ich sie zusammen mit meinen Kollegen dabei unterstützen kann. Immer wieder staune ich auf Veranstaltungen und Netzwerktreffen wie vielfältig die Ideen sind, mit denen sich Stiftungen, Vereine, gGmbHs und sonstige Initiativen engagieren. Die Arbeit in diesem Bereich macht einfach Spaß und man lernt viele wirklich großartige Leute kennen.