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Unser Agentursitz: Die Leopoldstraße 54

Oktober 2017

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Helmut Fischer als „ewiger Stenz“, der „Walking Man“ des kalifornischen Künstlers Jonathan Borofsky, das Siegestor, die Kunstakademie und die Münchner Freiheit – das sind nur eine Handvoll Wahrzeichen des Schwabinger Boulevard, der Leopoldstraße. Um euch den Sitz unserer PR-Agentur vorzustellen, erzählen wir euch etwas über die Geschichte der Straße und geben außerdem einen Einblick in unser Haus, die Leopoldstraße 54.

 

Ein kurzes Interview mit der LEO54

Unsere Agentur factum hat seit drei Jahren ihren Sitz in der Leopoldstraße 54. So sind wir hier auf der grünsten und breitesten Münchner Straße mitten im quirligen Großstadtleben. Um zu erfahren, wer unsere Hausnachbarn in der LEO54 sind, was ihre Geschichten sind und was sie mit der Leopoldstraße verbinden, haben wir nachgefragt.

Wir waren für euch bei Fritz Brosel, der einen der ältesten Friseurläden der Straße führt. Im Erdgeschoss des Gebäudes kommt einem schon der Duft von frischem Haarspray entgegen und es riecht nach Auszeit, nach einer kurzen Wellness-Phase, in die man vom gut gelaunten Chef auf bayerisch hineinbefördert wird. Auf der anderen Seite des Erdgeschosses haben wir für euch Philipp Papsch in seinem modernen Fahrradgeschäft besucht. Im geschäftigen Treiben des Ladens wird man von einem fröhlichen kleinen Dackel und den freundlichen Mitarbeitern empfangen, die gerade an Fahrrädern herumschrauben. Man hört, wie Kunden Fahrradklingeln ausprobieren, und ist mitten in einem fröhlichen Geklimper. Diese Menschen sind wirklich von Fahrrädern begeistert und teilen mit uns im Interview ihre Vision einer autofreien Leopoldstraße. Den Weg ins Haus folgend geht es über das Treppenhaus eine alte wunderschöne Holzwendeltreppe hinauf, die bei dem ein oder anderen Schritt, ihr Alter betonend, knarrt und quietscht und in das Büro des Rechtsanwalts Jürgen Contzen führt. In dieser Anwaltskanzlei spürt man förmlich die Geschichte des alten Hauses. Und sie wird hier ehrwürdig zwischen edlen Möbeln und einer antiken Fotografie des Hauses gewürdigt. In dieser Atmosphäre der Jahrhundertwende lassen wir uns für euch Geschichten erzählen:

 

factum: Seit wann sind Sie in diesem Haus und wie sind Sie hier gelandet?

Fritz Brosel, Friseur Salon: Den Laden gibt es seit 60 Jahren, früher hieß er Ludwig und seit unserer Übernahme vor 30 Jahren heißt er Fritz & Angelika Brosel. Wie ich in der Leopoldstraße gelandet bin? Ich wurde hier geboren und bin auch hier aufgewachsen.

Philipp Papsch, Bikesport München: Seit November 2003 sind wir hier im Haus. Den Fahrradladen gibt es allerdings schon seit 1994.

factum: Was ist das Besondere an dem Haus?

Fritz Brosel, Friseur Salon: Das Haus ist traumhaft – nette Hausgemeinschaft, man kennt sich untereinander, die Mischung aus gewerblichen und privaten Mietern macht das Besondere aus!

Jürgen Contzen, Rechtsanwalt: Für uns war das Besondere die Innenausstattung: Es unterscheidet sich optisch sehr von modernen Büroräumlichkeiten. Die Kombination aus den alten Fenstern, Türen und Decken hat es uns angetan. Man hat in den Wohnräumen ein Wohnzimmer-Gefühl, man kann hier einfach ‚wohnend arbeiten‘.

factum: Was zeichnet für Sie die Leopoldstraße aus? Was gefällt Ihnen besonders?

Fritz Brosel, Friseur Salon: Die Infrastruktur ist ganz anders als früher. Das Künstlerviertel ist leider ein bisschen durch die vielen Restaurants und Lokale verdrängt worden.

Jürgen Contzen, Rechtsanwalt: Ich habe lange in Köln gewohnt und dort gibt es die Stadtviertel, in denen sich die Leute kennen. Wenn ich über die Leopoldstraße gehe, hat das für mich hier auch einen Viertelcharakter: Die Leute grüßen einen und man kennt sich nach all den Jahren untereinander.

Philipp Papsch, Bikesport München: Die Straße ist super, allerdings ist es durch den vielen Verkehr meist sehr laut. Mir wäre eine Straße nur für Fußgänger und Fahrradfahrer lieber. Eine autofreie Zone wäre wünschenswert.

factum: Was ist für Sie der schönste Platz in der Stadt München?

Fritz Brosel, Friseur Salon: Ich würde auf alle Fälle die Münchner Freiheit nennen. Man hat einen fantastischen Ausblick und kann die Umgebung entspannt beobachten.

Jürgen Contzen, Rechtsanwalt: Ich mag den Viktualienmarkt, weil das von der Atmosphäre sehr besonders ist. Mittendrin und trotzdem traditionell aufgebaut. Sowas Urwüchsiges gibt es in anderen Großstädten sehr selten.

Philipp Papsch, Bikesport München: Für mich ist hier der schönste Platz in München. Optimal ist es im Sommer direkt vor der Eingangstür zu sitzen und einen Kaffee zu trinken, von dem Eiscafé nebenan.

factum: Wie würde Ihre Leopoldstraße der Zukunft aussehen?

Fritz Brosel, Friseur Salon: Ich wünsche mir, dass man ein bisschen Vergangenheit zurückholen könnte: Mehr Künstler, Live-Musik und eine bessere Strukturierung der Geschäfte – niemand benötigt auf 50 Metern vier Handyshops, vier Optiker, vier Coffeeshops…

Jürgen Contzen, Rechtsanwalt: Ich fände es schön, wenn sich der Geschäftscharakter wieder beleben würde und wieder mehr individuelle Geschichten kommen – sozusagen ‚back to the roots‘.

Wo die Wurzeln der Leopoldstraße liegen: Es war einmal…

Die Leopoldstraße trägt ihren königlichen Namen seit 1891, als sie nach Prinz Leopold von Bayern benannt wurde. Vorher trug der südliche Teil der Straße den Namen Schwabinger Weg und ging nördlicher in die Schwabinger Landstraße über. Seit dem hat sie schon einiges an Münchner Geschichte geschrieben. 1962 war die Leopoldstraße Schauplatz der Schwabinger Krawalle, die das Ende der konservativen Adenauer-Ära andeuteten. In den 60er bis 80er Jahren galt sie als Wohnzimmer der Münchner Bohème und von 1995 bis 2001 hatten hier die Union Moves, die bekannte Münchner „Love Parade“ ihre Bühne. Die Leo, wie sie liebevoll genannt wird, ist also ein echter Teil Münchner Geschichte. Auch heute finden auf der Leopoldstraße im Sommer noch Großveranstaltungen wie der St. Patricks Day, der München Marathon, der Corso Leopold und das Streetlife-Festival statt. Die etwa 3,6km lange Straße, die die Stadtteile Schwabing, Maxvorstadt und Milbertshofen durchquert, hat sich immer mehr dem Zeitgeist angepasst. Alles ist zu finden: Von trendigen Shops, Eisdielen, Buchhandlungen bis hin zu Theatern und Büros – und eben unseren Agenturräumen.

 

Mehr über unsere Bürogemeinschaft in der Leo54 oder die Unternehmenskultur bei factum findet ihr in unserem Blog.

 


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Leopoldstraße 54, um 1900. Bild aus dem Büro Jürgen Contzens
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Leopoldstraße 54, 1992 © Stadtarchiv München
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Stuckdecke in der Leopoldstraße 54