Sie versteht sich als erste Institution der Welt. Als Grundbaustein all dessen, was wir Menschen erreicht haben: Die Sprache.

Ohne Sprache keine Kommunikation und ohne Kommunikation keine Information. Sprache ist viel mehr als es den Anschein hat: Oft wird unterschätzt, welche Wirkung Sprache haben kann. Besonders als Kommunikationsagentur, in der sich alles um die richtige Kommunikation dreht, gehen wir behutsam mit Sprache um und streben nach einem ordentlichen Sprachgebrauch. Wieso sollten besonders wir auf nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch achten?

In diesem Beitrag können Sie erfahren, was alles mit Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden kann.

Im folgenden Blogbeitrag erläutert unser ehemaliger Praktikant Metehan, welche Wirkung Sprache entfalten kann und wieso wir proaktiv auf unseren Sprachgebrauch achten müssen.

Die Wirkung von Sprache

Schon vor meinem Praktikum bei FACTUM wusste ich, wie bedeutend Sprache ist. Wer weiß, wie Sprache richtig gebraucht wird, kann sich einen Vorteil in Diskussionen und Reden verschaffen. Eine Kenntnis, die im Studium der Staatswissenschaften sehr hilfreich ist.

Falls Sie daran interessiert sind, wie Sprache unser Denken formt, ist dieser TED-Talk mit Lera Boroditsky etwas für Sie.

 

Welche Wirkung Sprache haben kann, wird unter anderem in einer Studie aus dem Jahr 2015 von der Kognitionswissenschaftlerin Lera Boroditsky deutlich. Aus dieser geht hervor, dass durch das Verwenden einzelner Begriffe, die Intention und Reaktion auf eine Situation sehr unterschiedlich ausfallen. So kann durch bewusste Nutzung der Sprache eine mehr oder weniger gewünschte Reaktion hervorgerufen werden. Kurz gesagt: Sogar einzelne Begriffe haben eine Wirkung in der Sprache.

Wie kann nicht-diskriminierende Sprache aussehen?

Die Bekämpfung von Diskriminierung ist in den letzten Jahren besonders in der Sprache auffällig geworden. Der Gebrauch diskriminierender Begriffe sowie des generischen Maskulinums wird kritisiert und es wird nach Alternativen gesucht. Auch bei FACTUM vermeiden wir das generische Maskulinum bewusst: Wir gendern mit Doppelpunkt. Diese inklusive Sprachform schließt nicht-männliche Geschlechter mit ein. Selbstverständlich gibt es zahlreiche weitere Varianten des Genderns, von denen sich allerdings noch keine weitreichend durchsetzen konnte. Inwiefern sich das Gendern etablieren und in welcher Form dies erfolgen wird, ist noch unklar. Trotzdem ist unserer Meinung nach eine Entwicklung der Sprache notwendig.

Weiterhin sollte auf bestimmte Begrifflichkeiten geachtet werden, die marginalisierte Gruppen diskriminieren können. Als Beispiel kann hier der Begriff „Asylant“ genommen werden. Diese Bezeichnung ist stark negativ konnotiert und sollte daher aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Alternativen dazu sind „Geflüchtete:r“ oder „Zugewanderte:r“. Das Wort Farbige:r ist ein weiteres Beispiel politisch nicht-korrekter Sprache. Person of Color (PoC) ist dagegen eine nicht-diskriminierende Bezeichnung. Es wird deutlich: Alternativen für diskriminierende Begriffe existieren. Diese sollten auch genutzt werden. Natürlich benötigt das Etablieren neuer Begriffe Zeit, aber welcher Prozess tut das nicht?

Unsere Verantwortung

Wie können wir möglichst diskriminierungsfrei und inklusiv kommunizieren? Dieser Frage sollten wir uns widmen, wenn wir kommunizieren und Informationen vermitteln, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Sprache ein Prozess ist und ein diskriminierungsfreier Sprachgebrauch sich nicht von heute auf morgen etablieren kann. Hier sind Bereitschaft und ein aktiver Lernprozess ausschlaggebend, denn Sprache schafft Kommunikation und so unsere Wirklichkeit. Und eine diskriminierungsfreie Wirklichkeit bringt uns als Gesellschaft weiter.

Metehan Bozcali

 

 

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