Design Thinking in der PR: Zielgruppen besser verstehen und wirksamer kommunizieren

Von PR-Berater:innen wird erwartet, dass sie die Themen und Botschaften von Unternehmen in die Öffentlichkeit tragen. Das können beispielsweise neue Produkte oder Veränderungen im Unternehmen sein, die für die Öffentlichkeit relevant sind. Dabei werden die Kommunikationsabteilungen oder externe Agenturen jedoch meist erst als eine der letzten Instanzen über das marktreife Produkt informiert. Grund hierfür ist die oft nur schwach ausgeprägte Verknüpfung zwischen Innovations- und Kommunikationsprozessen.

Für Kommunikationsprofis bedeutet das, trotz Zeitdrucks die Qualität hochzuhalten. Doch welche Themen interessieren die Zielgruppe, und was bewegt sie? Ein mögliches Hilfsmittel findet sich im Denkansatz des Design Thinking. Der iterative, also sich wiederholende, Prozess dient dazu, innovative Lösungen für komplexe Fragestellungen zu finden sowie neue Ideen herauszuarbeiten. Design Thinking ist darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse der Nutzer:innen aufzuschlüsseln, um daran anknüpfend die Basis für neue Innovationen zu schaffen. Der Innovationsprozess lässt sich dabei in sechs Phasen untergliedern: Verstehen (Understand), Beobachten (Observe), Definieren der Sichtweise (Define), Finden von Ideen (Ideate), Entwicklung eines Prototyps (Prototype) und Testen (Test). Obwohl der Prozess vor allem bei der Konzeption neuer Produkte verwendet wird, bietet er auch einige spannende Anhaltspunkte für die PR. Die folgenden Schritte zeigen, wie Design Thinking in der PR angewendet werden kann:

Wie wir Sie strategisch beraten können, lesen Sie auf unserer Leistungsseite.

Auch interessant: In unserem Blog beschreiben wir die zielgruppenspezifische Ausrichtung der Kommunikationsmaßnahmen.

1. Verstehen – was will ich bei meiner Zielgruppe erreichen?

Bevor überhaupt Kontakt zur Zielgruppe aufgenommen wird, liegt es an einzelnen Expert:innen-Teams zu begreifen, welches Grundbedürfnis mit dem Content angesprochen werden soll. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Tonalität: Will ich unterhalten, informieren, mobilisieren oder zur Diskussion anregen? Wird die Absicht verfolgt, eine Interaktion innerhalb einer Gruppe anzuregen, eignet sich ein emotionsgeladener Aufhänger besser als eine sachliche Headline. Soll lediglich informiert werden, sind wiederum harte Fakten gefragt.

2. Beobachten – ein Ausflug in die Welt meines Publikums

In diesem Schritt erfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit den relevanten Interessengruppen. Durch Beobachtung, Befragung und Interaktion ist es möglich, ihre Bedürfnisse zu erfassen und zu verstehen. Um die einzelnen Empfänger:innen besser einschätzen zu können, kann es hilfreich sein, in ihre Rolle zu schlüpfen. Hobbys, Interessen sowie das Medienverhalten geben besonders aufschlussreiche Einblicke. Offene Dialoge außerhalb der eigentlichen Interessengruppen können ebenfalls dabei helfen, neue Inspirationen zu liefern.

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Jörg Röthlingshöfer
Tel: +49 89 8091317-10
Carina Freutsmiedl
Tel: +49 89 8091317-51

3. Definieren der Sichtweise – die Quintessenz meiner Daten

Die bei der Beobachtung der Gruppe gewonnenen Einsichten werden in einem gemeinsamen Austausch der Teammitglieder zusammengetragen. Aus den einzelnen Erkenntnissen und Erfahrungen ergibt sich schlussendlich die Quintessenz des gesammelten Wissens. Eine sauber ausgearbeitete Präsentation kann in diesem Zusammenhang Wunder wirken. Denn je aussagekräftiger die Ausarbeitung, desto besser lassen sich daraus Kommunikationsstrategien ableiten.

4. Finden von Ideen – auf das richtige Pferd setzen

Für die Ideengenerierung kann prinzipiell jede beliebige Kreativitätstechnik herangezogen werden; einer der Klassiker ist hier das Brainstorming. Ganz unabhängig von der gewählten Kreativitätstechnik steht im Vordergrund, möglichst viele und vielfältige Ideen zu generieren. Eine falsche oder dumme Idee gibt es demnach erst einmal nicht. Da Quantität im Endeffekt jedoch nicht mit Qualität gleichzusetzen ist, werden die Ideen im Anschluss strukturiert und bewertet. Aus der Fülle an Ideen sind jene zu bevorzugen, die in Bezug auf Attraktivität, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit am besten abschneiden. Aufgrund der starken Orientierung des Design Thinking an den Nutzer:innen ist der Faktor Attraktivität besonders wichtig. Einfach ausgedrückt: Erlaubt ist, was gefällt.

Erfahren Sie hier, wie wir die Riem Arcaden und das Medieninstitut FWU unterstützen. 

Die folgende Erkenntnis bringt uns zurück zu unserer anfänglichen Regel: zielgenau kommunizieren. Genau dieser Leitgedanke steht im Fokus des Design-Thinking-Prozesses mit seiner starken Nutzer:innenfokussierung. Nicht zu vergessen sind außerdem die letzten beiden Prozessstufen: die Entwicklung eines Prototyps und dessen Test innerhalb der Zielgruppe. Im Tätigkeitsfeld der PR erfolgt auf dieser Stufe in der Regel die Initiierung eines Pilotprojekts, um die Akzeptanz der eingesetzten Maßnahmen bei der Zielgruppe zu überprüfen. Bei positiver Resonanz kann die Strategie im großen Rahmen umgesetzt werden, während bei negativer Rückmeldung ein neuer Prozessdurchlauf sinnvoll ist.

Ramona Schwarz

Senior-Beraterin, Teamleitung | in Elternzeit

liebt es, gute Geschichten in spannende PR-Konzepte zu gießen und durch zielsichere Ansprache die richtigen Menschen zusammen zu bringen – ob durch klassische Pressearbeit, Online, auf Social Media oder im persönlichen Gespräch mit Journalist:innen, Multiplikator:innen und Influencern. Als Senior-Beraterin und Teamleitung berät sie Kund:innen aus den Bereichen Bildung & Soziales, Forschung sowie Gesundheit & Ernährung, um deren Themen an die richtigen Zielgruppen mithilfe der passenden Maßnahmen zu kommunizieren.

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