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PR-Blog von factum

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Wie können wir als PR-Agentur Blogger Relations nutzen?

Mai 2019

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In der aktuellen PR- und Marketingbranche kommt man an diesem Thema nicht vorbei: Die Arbeit mit Bloggern und Influencern wird immer populärer. Aber was genau heißt es, mit Influencern zusammenzuarbeiten und Blogger Relations zu nutzen? Was bringt uns das in der täglichen PR-Arbeit? Wir haben mit einer Münchner Bloggerin über ihre Arbeit gesprochen und sie gefragt, was sie sich für die Zusammenarbeit mit dem Kunden oder der PR-Agentur wünscht.

Neben der Verbreitung von Themen über klassische Pressearbeit, also u.a. in Tages- und Monatsmedien, spielen Online-Blogs oder Social-Media-Kanäle eine immer größere Rolle. Mit ihnen lassen sich Zielgruppen auf einem weiteren Weg erreichen – und das oft sehr effektiv und schnell. 2,2 Milliarden Nutzer auf Facebook, 1 Milliarden auf Instagram, 326 Millionen auf Twitter und 186 Millionen Nutzer auf Snapchat sehen sich täglich die Inhalte von Personen oder Seiten an, denen sie folgen. 1 Warum sollten wir unsere Themen also nicht auch dort verbreiten und die große Menge an aktiven Lesern nutzen? Und wieso sollten wir das, zusätzlich zu unseren eigenen Kanälen, nicht auch über Multiplikatoren versuchen? Blogger oder Influencer stellen genau diese Multiplikatoren dar, auch wenn eine klare Definition dieser beiden Begriffe bislang noch nicht festgelegt wurde. Laut Grabs, Bannour & Vogl (2016) sind mit Influencern “jene User gemeint, die in ihrem Netzwerk Meinungsführer sind, viele Freunde haben und als themenkompetent wahrgenommen werden.” Bei einem Blogger handelt es sich um jemanden, der seinen Content vor allem auf seinem Blog teilt. Mittlerweile verschwimmen die Begriffe aber – Influencer, die ihre Inhalte hauptsächlich auf ihren Social-Media-Kanälen teilen, haben oft auch einen eigenen Blog und Blogger wiederum nutzen soziale Medien, um ihre Blog-Inhalte zu verbreiten. Auch beim 16. Münchner Agenturgipfel der IHK Akademie München wurde das Thema Influencer Marketing behandelt. Hier erklärte Youtuber Steve Heng, dass er Influencer lieber als Content Creator bezeichnet. Denn sie produzieren (zum Teil sehr aufwändige) Inhalte passend zu dem Thema, mit dem sie dann auf ihre Zielgruppe zugehen.

 

In einem Interview haben wir mit der Münchnerin Isabel Pyc über Blogger Relations gesprochen. Sie betreibt den Blog www.coucoubonheur.com und teilt die Inhalte auch auf ihren Social-Media-Kanälen.

Isabel, in der Zusammenarbeit mit Unternehmen werden Blogger immer wieder gefragt, warum sie eine Vergütung für Kooperationen wollen. Die Begründung liegt oft im zeitlichen Aufwand der Erstellung der Inhalte. Was genau ist denn daran so aufwändig?

„Die Erstellung des Inhalts ist immer abhängig von der Kooperation und dem Ziel, das damit verfolgt wird. Soll ich ein Event ankündigen und in meiner Instagram-Story darüber berichten oder soll ich einen etwas längeren Beitrag auf meinem Blog veröffentlichen, der dann auch „für immer“ im Web erreichbar ist? Je nachdem muss ich mich mehr oder weniger intensiv mit dem Produkt des Unternehmens beschäftigen, ein Konzept für die Content-Produktion erstellen, einen Text vorbereiten und Bilder machen. Heutzutage ist es auch „nur mit einem Handyfoto“ nicht getan. Ich habe eine gute Kamera und das entsprechende Equipment, mache einige Fotos vom Event, dem Produkt oder der Location, muss danach passende Bilder auswählen und diese dann auch noch bearbeiten, sodass sie zu meinem Blog oder meinem Instagram-Feed sowie zur Vorstellung des Kunden passen. Auch Suchmaschinenoptimierung spielt bei der Content-Erstellung eine große Rolle: Meta-Daten für Seite und Bilder, optimierte Benennungen von Dateien und Keyword-Recherchen helfen dabei, dass der Beitrag auf Google gut gefunden wird. Da müssen schnell mal einige Stunden investiert werden.“

Kann der Kunde dazu beitragen, dass du weniger Zeit für die Content-Erstellung brauchst?

„Wichtig ist immer, dass das Produkt über das ich berichten soll, zu mir passt. Wenn das der Fall ist, fällt es mir schon viel leichter, passenden Content zu erstellen. Zudem ist ein möglichst konkretes Briefing vom Kunden oder der betreuenden PR-Agentur hilfreich: was ist das Ziel der Kampagne/Berichterstattung, welche Deadlines gilt es einzuhalten und wie soll die Berichterstattung in etwa aussehen? Natürlich will ein Blogger immer auch seine kreative Freiheit behalten, dennoch schadet es nicht, die Vorstellungen des Kunden zu kennen. So werden beide Seiten am Ende nicht enttäuscht. Ein Vertrag kann auch dabei helfen, Vereinbarungen festzuhalten und genau zu definieren, was beide Seiten zur Kooperation beitragen.“

Wie wählst du aus, ob du über ein Thema berichtest und wie viel Budget muss ein Kunde dafür einplanen?

„Generell berichte ich nur über Themen, die mich wirklich interessieren und zu mir passen. Das sollten Blogger grundsätzlich tun, denn nur dann ist der Content authentisch. Umso besser das Thema zu mir - und somit auch zu meinen Lesern - passt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch darüber berichte. Die Kosten sind dann zum einen abhängig vom Aufwand, den ich mit der Erstellung habe. Es spielt aber oft auch eine Rolle, ob der Blogger diese Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausübt. Dementsprechend abhängig ist er natürlich davon, bezahlte Aufträge anzunehmen oder auch mal eine Zusammenarbeit ohne Vergütung eingehen zu können. Wir sind sicher eine gute Ergänzung zu Journalisten, aber auch Dienstleister für den Kunden.“

 

Was heißt das nun für uns als PR-Agentur?

Blogger Relations sind ein wichtiger Teil der PR-Arbeit. Um diese Maßnahme gewinnbringend einzusetzen, müssen verschiedene Schritte beachtet werden. Vor der Zusammenarbeit mit Bloggern steht eine umfassende Recherche: Welche Zielgruppe will ich erreichen und welche Kanäle nutzt diese? Sind es Social-Media-Kanäle, ist die nächste Frage: Welcher Blogger passt zu meinem Kunden und der Zielgruppe? An oberster Stelle sollte bei dieser Entscheidung das Thema stehen. Ein Münchner Food-Blogger wird vermutlich nicht über ein Kölner Modelabel berichten, über eine Restaurant-Eröffnung oder ein Foodtruck-Event in München schon eher. Neben der Thematik spielen dann natürlich die Kanäle und die Follower eine Rolle. Aber aufgepasst: Quantität ist nicht alles! Neben der Anzahl und Reichweite der Follower ist vor allem auch die Qualität dieser sowie deren Interaktion relevant. Man sollte sich also auch die Follower kurz ansehen und entscheiden: sind das die Menschen, die ich mit einer Zusammenarbeit mit diesem Blogger bzw. Influencer erreichen möchte? Mithilfe dieser Recherche entsteht im Optimalfall eine Liste an Content Creators, die perfekt zu meinem Kunden und seinem Produkt passen. Bei der Kontaktaufnahme (z.B. per Mail) sollte beachtet werden, dass das Produkt oder die Veranstaltung, das Ziel der Berichterstattung, eventuelle Deadlines und die Vorstellungen zur Kooperation vorgestellt werden. Auch das Thema Budget kann angesprochen werden: seid ehrlich und gebt an, ob es sich um eine bezahlte Kooperation handelt oder ob kein Budget vorhanden ist. Denn mithilfe dieser Informationen kann der Blogger sehr gut und schnell beurteilen, ob eine Kooperation für ihn in Frage kommt.

 

Wenn ihr mehr über unsere Arbeit mit Bloggern erfahren wollt, dann lest unseren Blogbeitrag zu Instagram für Unternehmen oder unsere Case zu unserem Projekt mit dem Hilton Munich Park.

 

Bild (c) Maddi Bazzocco/Unsplash

1 https://www.brandwatch.com/de/blog/interessante-social-media-zahlen-und-statistiken/