„Kannst du heute nachfassen?“ Nun gut, dachte ich, Nachfassen ist immer auch ein Glücksspiel. Manchmal wollen die Journalisten keinerlei Infos, manchmal erreicht man einfach kaum jemanden oder wird vertröstet. Ich hoffte, dass es dieses Mal klappt und machte mich an die Erstellung eines Leitfadens. Bevor es losging wurde ich noch intensiv vorbereitet um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Ein wenig skeptisch war ich dennoch.

Lest hier über den factum-Moment von Sebastian.

Wider Erwarten waren meine Sorgen völlig unbegründet. Die Journalisten schienen interessiert und hörten mir zu. Einige stellten sogar Fragen.

Meinen factum-Moment während meines Praktikums hatte ich während dieses bis dato erfolgreichsten Nachfassens: Mit einer Redakteurin entstand eine angeregte Diskussion, die fachlich sehr in die Tiefe ging. Anfangs konnte ich mich nur schwer von meinem Leitfaden lösen, mit der Zeit ging das aber immer besser. Die Journalistin und ich waren uns einig: Dieses Thema ist kontrovers, spannend und definitiv einen Bericht wert. Wir diskutierten über die zugehörige Pressemitteilung und deren Inhalt. Am Ende kam dabei ein toller Artikel heraus.

Im Nachhinein wurde mir klar: Mein großes Plus war die detaillierte Vorarbeit. Der mehrmals geprüfte Leitfaden, die vielen Korrekturen und Testläufe sowie das ausführliche Briefing gaben mir Sicherheit. Ich kannte mich thematisch aus und konnte mitreden. Erfolg beim Nachfassen hängt nicht nur von den Launen der Journalisten ab, sondern auch von der eigenen Authentizität. Wenn ich wirklich hinter dem stehe, was ich erzähle, kann ich letztendlich auch überzeugen.

 

Sarah Klein

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